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Jagd auf Menschen mit Albinismus

Während die Jagdbande durch ihr Haus marschierte, hatte Misa Maulidi wenige Sekunden, um zu entscheiden, welches ihrer Kinder gerettet und welches den Männern überlassen werden sollte. Die Männer wollten die Beiden opfern.

Sie hatte immer befürchtet, dass dies passieren würde. Es geschah kurz vor den Parlamentswahlen in Malawi und es gab Politiker, die Albino-Körperteile für Hexenrituale verwenden, um die Wahl für sich zu entscheiden. Aus diesem Grund hatten sie und ihre Großfamilie beschlossen, in einem abgelegenen Haus tief in den Tabakplantagen von Zentral-Malawi zu leben.

Hier hoffte sie, dass sie ihren 14-jährigen Sohn Goodson und seine dreijährige Schwester Faith sicher großziehen konnte, welche beide mit Albinismus geboren wurden. Albinismus ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die die Haut, Haare und Augen weiß färbt und aufhellt.

Doch kurz vor Mitternacht am 12. Februar schlugen fünf Männer mit Macheten bewaffnet die Tür ihrer Hütte ein. Maulidi, wurde sofort klar, was sie wollten. Allerdings wusste sie, dass sie ihre beiden Kinder nicht retten konnte. Sie sammelte Faith ein, schlüpfte an den Männern vorbei in den Busch und schrie verzweifelt ihrem Sohn Goodson hinterher. Sie rannte zur benachbarten Hütte, in der ihr Vater und ihr Bruder schliefen.

Seine Verwandten taten alles, um den verängstigten Jungen aus der Hand seiner Angreifer zu befreien. Vier Verwandten Goodsons, einschließlich seiner beiden Großmütter, wurden sehr schwer verletzt. Es war ohne Erfolg. Goodson Makanjira, der sich abmühte und wimmerte, wurde in ein wartendes Auto gezerrt. Er wurde seitdem nicht gesehen. “Ich war allein, im Halbschlaf, verwirrt”, sagte sie. „Ich habe meine Tochter gepackt und bin gerannt, um mich auf einem im Busch versteckten Friedhof zu verstecken. Ich betete nur, dass die anderen meinen Sohn retten könnten. Ich lag falsch.”

Goodsons Familie kann sich nicht einreden, was mit ihm geschehen sein könnte, da er die staubige Straße in Richtung des fernen Dedza verschwand. In Anbetracht dessen, was mit einer wachsenden Anzahl von Albinos in Malawi geschehen ist, ist sein Schicksal wahrscheinlich zu schrecklich, um darüber nachzudenken. Für die rund 10.000 Albinos in Malawi ist es ein Fluch, mit dieser Krankheit geboren zu werden. Ihre Väter verlassen sie oft bei der Geburt und glauben, dass ihre Frauen einem weißen Mann untreu gewesen sind.

Die Gefahren von Menschen mit Albinismus

In der Schule werden sie gemobbt. Viele leiden an Halbblindheit und riskieren Hautkrebs, weil die afrikanische Sonne sehr heiß ist und die Haut sehr schnell altert. Wer von den Albino-Jagdbanden gefangen genommen wird, ist entweder sofort tot oder wird an Orte gebracht, an denen rituelle Opfer vollzogen werden. Dort können Hexenärzte das Blut abwaschen, wenn sie den Opfern Innereien und Gliedmaßen entnehmen.

Es wird allgemein angenommen, dass die Morde auf Befehl von einem organisierten kriminellen Netzwerk begangen werden, das im Auftrag reicher Kunden handelt. Diese sind bereit, Tausende von Pfund für Albino-Körperteile zu zahlen. Es wird angenommen, dass sie Wohlstand und politisches Glück bringen sollen. Wer diese Klienten sind, weiß niemand, denn keiner wurde jemals vor Gericht gestellt. Aber hochrangige Regierungs- und Oppositionsvertreter sagen, dass sie selbst aufgefordert wurden, zu Hexenärzten zu gehen.

Die Versuche, die Tötung von Albinos zu dokumentieren, begannen erst Ende 2014, nachdem Aktivisten eine Zunahme der Angriffe im Vorfeld der Parlamentswahlen in Malawi zu Beginn des Jahres bemerkten. Seitdem hat die Vereinigung der Personen mit Albinismus in Malawi 25 Morde, 15 entführte Personen und 122 Fälle von Exhumierungen von Albinokörpern aus Gräbern dokumentiert. Bereits in 28 Ländern des Kontinents wurden Albino-Angriffe gemeldet.

Beispiele von Fällen

An Silvester betrat eine Bande das Haus der Familie Kwenda Phiri in Nkhata Bay am Ufer des Malawi-Sees. Kurz vor Mitternacht des 31. Januar schlich sich George Kwenda Phiri in das Schlafzimmer seiner Eltern und fand vier Männer vor, die über seinem stöhnenden Albino-Vater standen. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete der neunjährige George, wie sein sterbender Vater zerstückelt und ausgeweidet wurde.

“Ich habe aufgehört auszugehen, ich habe aufgehört zu arbeiten”, sagt Femia Chulani. Sie ist einer Entführung in der südlichen Stadt Blantyre knapp entgangen, nachdem Gangster, die sich als Polizisten ausgaben, ihr Haus durchsuchten.

In Sicherheit zu Leben schein für Bertha Ngalande, eine Albinolehrerin in der südlichen Stadt Mulanje, undenkbar. Sie kauerte mit ihrer Familie in ihrem Haus, als eine Gruppe von Männern mit Fackeln in ihr Haus leuchteten und wieder gingen. Sie lebt in der Angst, dass sie zurückkehren könnten, eine Angst, die sich in Misstrauen gegen jeden außerhalb ihrer unmittelbaren Familie verwandelt hat.

“Ich vertraue meinen Nachbarn nicht”, sagte sie. “Ich vertraue niemandem, der mir zu nahe kommt. Ich bin zu keiner Zeit in Sicherheit. “

Im ganzen Land erzählen Albinos ähnliche Geschichten und berichten von der bitteren Elendigkeit eines Lebens in einem Zustand, den sie nicht gewählt haben und über den sie keine Kontrolle haben. Alles, wonach sie sich sehnen, ist, in Sicherheit friedlich mit ihren Familien zu leben.

In einigen Länder gibt es bereits Schutzmaßnahmen für Albino-Minderheiten. Tansania hat Hexenärzte verboten, Nigeria hat Inselschutzgebiete geschaffen und in Kenia wurde ein Albino-Senator gewählt, sowie Schönheitswettbewerbe für Menschen mit Albinismus veranstaltet.

Quelle: Die Jagt auf Albino-Afrikaner

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