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Robert Pickton – Der Fleischer

Der heute 69 Jahre alte Robert Pickton wirkt auf den ersten Blick wie ein harmloser kanadischer Bürger, der früher auf einer Farm in Kanada lebte. Doch hinter der unscheinbaren Fassade verbarg sich ein grausamer Massenmörder, welcher ein sehr dunkles Geheimnis vor der Welt versteckte. Der ungepflegte Einzelgänger lockte Frauen zu seiner Farm. Er folterte und steckte sie in einen Häcksler, bevor er die Leichname seinen Schweinen zum Frass vorwarf oder auf seinem Grundstück vergrub.

Robert Pickton

Pickton wurde 1949 in Port Coquitlam, British Columbia geboren. Seine Familie züchtete seit drei Generationen Schweine, aber zum Zeitpunkt seiner Verhaftung hatte Pickton es weitgehend aufgegeben, die Farm für die eigentliche Landwirtschaft zu nutzen. Gemeinsam mit seinen Geschwistern David Francis Pickton und Linda Louise Wright erbten und betrieben sie die Schweinefarm der Familie. 1996 gründeten sie auch eine gemeinnützige Wohltätigkeitsorganisation namens „Piggy Palace Good Times Society“, deren Funktion darin bestand, besondere Veranstaltungen  zu organisieren, zu koordinieren, zu verwalten und zu betreiben.

Dies endete nach einer Silvesterparty am 31. Dezember 1998, als die Pickton-Geschwister wegen Verstoßes gegen die Zonengesetze angeklagt und gesetzlich verboten wurden, weitere Partys abzuhalten. Die „Piggy Palace Good Times Society“ wurde kurz darauf im Januar 2000 aufgelöst, weil sie keine Pflichtabschlüsse vorlegte.

Die Vorgangsweise

Er sammelte die Frauen in der Innenstadt von Vancouver ein. Meistens in Vierteln mit heruntergekommenen Häuserblocks und Hotels, wo Drogendealer und Prostituierte die Straße kreuzten. Er lockte sie mit Geld-, Alkohol- und Drogenversprechen zu seiner schlammigen, von Müll übersäten Farm. Es gab Gerüchte über wilde Partys, an denen Hell’s Angels teilnahmen. Verdächtige Aktivitäten auf der Schweinefarm wurden jedoch von einheimischen Polizisten widerlegt, welche manchmal von ihm Fleisch kauften.

1997 gelang es einer Frau sogar, dem Mörder zu entkommen. Sie rannte, nackt und blutend davon, nachdem sie Pickton mit seinem eigenem Messer verletzt hatte. Als sie Anzeige erstattete, behauptete Pickton, sie sei eine Anhalterin, die ihn angegriffen hatte. Die Aussagen wurde von der Polizei wegen ihrer Drogenabhängigkeit als unglaubwürdig eingestuft und nicht weiter strafrechtlich verfolgt.

Im Jahr 2001 wurden in Vancouver 62 Prostituierte vermisst und die Polizei bot eine Belohnung von 100.000 US-Dollar für Informationen an. Inzwischen hatte Pickton zwei weitere Mädchen ermordet und ihre Köpfe, sowie Hände und Füße in einer Gefriertruhe aufbewahrt. Als Pickton wegen Mordes angeklagt wurde, gaben die Gesundheitsbehörden zu, dass möglicherweise menschliche Überreste ins verarbeitete Schweinefleisch gelangt waren, welches die Farm produzierte. Die Polizei sagte aus, dass von den insgesamt 64 vermissten Frauen, bereits 38 von Pickton getötet wurden.

2007 kam die ganze schreckliche Wahrheit ans Licht. Pickton wurde wegen Mordes in 6 Fällen verurteilt und zu lebenslangem Haft verurteilt. Das Gericht ging von 20 weiteren Morden aus, welche auf eine andere Verhandlung vertagt wurden. Seine Tat wurde aufgeklärt, als ein Lastwagenfahrer eines Tiertransporters der Polizei mitteilte, dass er illegale Waffen in Picktons Wohnwagen gesehen hatte. Die Ermittler durchsuchten seine Schweinefarm auf der Suche nach Waffen, jedoch fanden sie nur Gegenstände, die vermissten Frauen gehörten. Dadurch wurden die Behörden hellhörig.

Nach seiner Festnahme saß Pickton in einer Gefängniszelle in Vancouver und prahlte vor seinem Zellengenossen, dass er sein Ziel, 50 Frauen zu töten, fast erreicht hätte. Der Mitinsasse entpuppte sich als Undercover-Offizier. Pickton sagte: „Ich wollte noch einen Tod, dann hätte ich die große 50 geknackt. Leider wurde ich mit der Zeit etwas schlampig.” Pickton behaupte über sich auch, „besser als die Serienmörder in den Staaten“ zu sein.

Die Schweinefarm wurde zum größten Tatort in der kanadischen Geschichte. Insgesamt wurden 200.000 DNA-Proben und 600.000 Exponate beschlagnahmt. Man musste mit schwerem Gerät fast 300.000 Kubikmeter Boden absieben. Die Kosten der Untersuchung wurden auf mehr als 40 Millionen Pfund geschätzt.

Seine Memoiren

Im Jahr 2016 meldete Pickton zurück. Er hat offenbar in den vergangenen Monaten hinter Gittern heimlich seine Autobiografie geschrieben. Memoiren, in denen er sich als unschuldig bezeichnet und der Polizei vorwirft, den falschen Mann verhaftet zu haben. Die handgeschriebenen Memoiren hatte Pickton über einen Zellennachbarn aus dem Gefängnis geschmuggelt. Grant White hatte die lose Blattsammlung wiederum an einen Freund in Kalifornien zur Veröffentlichung geschickt. „Es war ganz einfach, sie aus dem Knast zu schmuggeln“, sagte der 58-jährige White. „Ich habe die Papiere, die mir Pickton unter der Tür durchgeschoben hatte, einfach unter anderen versteckt, und sie in die normale Post gegeben”. Laut Gesetz darf ein Insasse mit dem Verkauf von Büchern keinen Profit machen. Die Bestimmungen verbieten aber nicht, Memoiren zu schreiben, solange sie innerhalb der Gefängnismauern bleiben. Michael Chilldres, der das Buch für 2500 kanadische Dollar über Outskirts Press veröffentlichte, will nicht gewusst haben, wer Pickton überhaupt war. „Ich musste auf Wikipedia erst einmal nachschauen, wer er ist“, sagte er gegenüber der „National Post“. Er habe es für seinen Kumpel gemacht, damit er sich mit dem Gewinn einen neuen Anwalt nehmen könne. „Wenn ich das noch mal machen müsste, würde ich es heute nicht mehr tun.“

Quelle-Text: Die Geschichte des Serienmörders Robert Pickton

Quelle-Text: Serienkiller schmuggelte Biografie aus der Zelle

Quelle-Text: Robert Pickton

Quelle-Bild: Die Geschichte des Serienmörders Robert Pickton

Quelle-Bild: Robert Pickton

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