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Tierversuche in Deutschland

Heutzutage gibt es viele Kosmetika und Arzneimittel, die den Menschen ein besseres Leben bescheren sollen. Damit diese Produkte in den Handel kommen, bedarf es einer Reihe von Tests, welche die Verträglichkeit und Nebenwirkungen aufklären sollen. Da der Mensch zu kostbar für die Pharmaindustrie ist (Studien ausgenommen), werden diese Tests meist an Tieren vollzogen. 

Tierversuche sind wissenschaftliche Experimente an oder mit lebenden Tieren. Man spricht auch von Versuchstieren. Ziele von Tierversuchen sind der Erkenntnisgewinn in der Grundlagenforschung, sowie die Entwicklung und Erprobung neuer medizinischer Therapiemöglichkeiten. Die Forschung mit Versuchstieren wird in Universitäten und Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen und Dienstleistungsunternehmen durchgeführt. Die meisten Tiere werden eigens für Forschungszwecke gezüchtet, aber nur sehr wenige werden dafür gefangen. Schätzungen zufolge wurden im Jahr 2005 weltweit zwischen 58 und 115 Millionen Wirbeltiere – vor allem Zuchtformen der Hausmäuse und Wanderratten, aber auch Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Frettchen, Hunde und Primaten – für Tierversuche verwendet. Viele Versuchstiere sterben während der Experimente oder werden anschließend getötet.

Datenbanken für Tierversuchsvorhaben in Deutschland

Welche Tierversuchsvorhaben von den zuständigen Landesbehörden genehmigt werden, kann in der Datenbank AnimalTestInfo recherchiert werden. Die Datenbank AnimalTestInfo für Tierversuchsvorhaben in Deutschland enthält allgemein verständliche Projektzusammenfassungen der Tierversuchsvorhaben, deren Durchführung von wissenschaftlichen Forschungsinstituten der Universitäten, der Industrie und des Bundes beantragt und von den zuständigen Behörden der Bundesländer genehmigt wurden. Die Antragsteller sind für den Inhalt der veröffentlichten Projektzusammenfassungen verantwortlich. Die Datenbank ist beim Bundesinstitut für Risikobewertung(BfR) angesiedelt. Der Gesetzgeber hat dem BfR den gesetzlichen Auftrag erteilt, die Projektzusammenfassungen von genehmigten Tierversuchsvorhaben in Deutschland anonym zu veröffentlichen (§ 41 Absatz 1 Satz 1 TierSchVersV).

Am BfR ist auch das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) angesiedelt. Das Zentrum koordiniert bundesweit alle Aktivitäten mit den Zielen, Tierversuche auf ein unerlässliches Maß zu beschränken und für Versuchstiere den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Darüber hinaus sollen durch die Arbeit des Zentrums national und international Forschungsaktivitäten angeregt und der wissenschaftliche Dialog gefördert werden. Integraler Bestandteil des Bf3R ist die ZEBET – die „Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch“. Die ZEBET ist einer von fünf Kompetenzbereichen des Bf3R. Sie wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, den Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf das unerlässliche Maß zu beschränken und Alternativen zum Tierversuch zu entwickeln. Die ZEBET erforscht, entwickelt und validiert im eigenen Labor Alternativmethoden nach dem 3RPrinzip. Das Bf3R führt auch das Animal Study Registry, ein Online-Register, in dem Forscher freiwillig ihre Forschungsvorhaben, die Tierversuche beinhalten, registrieren können. Die Angaben in diesem Register sind nicht anonym und werden spätestens fünf Jahre nach Eintragung öffentlich.

Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG

Das LPT in Hamburg führt seit Jahren im Untergrund Tierversuche durch. Ein Tierschützer der Organisation Soko Tierschutz hat sich als Mitarbeiter beworben und dabei geheime Aufnahmen vom Todeslabor gemacht. Diese wurden am 19.Oktober.2019 veröffentlicht und zeigen Tiere, die Misshandelt und gefoltert werden. Macht euch selbst ein Bild oder lest einfach weiter.

„Tierversuche verstehen“, Informationsinitiative der deutschen Wissenschaft

Als Vertretung der Wissenschaft in Deutschland hat die Allianz der Wissenschaftsorganisationen die Initiative „Tierversuche verstehen“ ins Leben gerufen. Die Initiative will nach eigenen Angaben „umfassend, aktuell und faktenbasiert“ über Tierversuche in der Forschung informieren. „Tierversuche verstehen“ bietet eine Internetplattform an, kommuniziert in den sozialen Medien und vermittelt Experten. Im Jahr 2017 wurden etwa zwei Millionen Tiere für wissenschaftliche Tierversuche in Deutschland eingesetzt. Mit 1,37 Millionen Tieren wurden Mäuse am häufigsten in jenem Jahr verwendet. Der Rest verteilt sich auf 255.000 Ratten, 240.000 Fische, 3472 Affen sowie 3300 Hunde und 718 Katzen. Etwa 50 % aller Tiere wurden im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Bei 27 % ging es um die Herstellung oder Überprüfung von Medikamenten. Bei weiteren 15 % wurden Krankheiten erforscht. Ca. 740.000 der zwei Millionen Tiere starben bzw. wurden getötet.

Begriffe aus dem Versuchslabor

Damit der Endverbraucher die Produkte konsumieren kann und seine Steuergelder sinnvoll investiert werden, benutzen Labore verschleierte Begriffe, welche die Versuche an Tieren „beschönigen“ sollen. PETA Deutschland e.V. hatte vor kurzem einen kleinen Einblick in den Fundus gegeben.

Abdominaldehntest: In diesem Test wird einem Tier ein Mittel in den Bauch oder Fuß gespritzt, das Irritationen oder Schmerzen auslöst. Das Tier windet sich vor Schmerzen, und der Experimentator zählt, wie oft es sich windet.

Affektzustand: Emotionen oder Gefühle eines Tieres

Affiliationsverhalten: Verhalten, das Freundschaft zwischen Tieren zeigt

Aufgabe, Auslösung der Letalität, Aussortierung: Tötung

Aversive Reize, negative Verstärkung: Wiederholte Gabe von Elektroschocks an den Füßen eines Tieres, Injektion einer Chemikalie, die Verbrennungen auslöst, oder anderweitiger Missbrauch

binokulare/monokulare Deprivation, beidseitige/einseitige Lidvernähung: Zunähen beider Augenlider/eines Augenlids

Blumentopf-Technik: Eine Technik, die in Schlafentzugsversuchen genutzt wird: Eine Maus oder Ratte wird auf eine kleine Oberfläche gesetzt (z. B. einen umgedrehten Blumentopf), die sich in einem Wassereimer befindet. Setzt nun der REM-Schlaf ein, kann das Tier ins Wasser fallen; so bleibt es stets in einem Vorstadium namens Non-REM-Schlaf.

Einzelkäfig: Ein Käfig, in dem ein Tier ganz alleine gehalten wird.

Enrichment: Dinge wie Plastikspielzeug, Spiegel oder Holzstücke mit eingebohrten Löchern werden Tieren zur Verfügung gestellt, die unter völlig reizarmen Bedingungen in einem Laborkäfig leben. (Laborkäfige sind klein und kahl; es gibt darin weder die Gerüche noch die Anblicke oder Geräusche eines natürlichen Umfelds. Damit wird den Tieren alles genommen, was ihr Leben lebenswert macht – einschließlich der Möglichkeit, irgendetwas in ihrem Leben selbst zu entscheiden.)

Entnahme: Ein Tier einfangen

Ernte: Gewebe- oder Organentnahme an einem Tier

Euthanasiekammer: Käfig, in dem Tiere vergast werden

Exsanguination: Ausblutenlassen eines Tieres

Flüssigkeitsregulierung, Flüssigkeitsbegrenzung: Einem Tier werden Wasser und andere Flüssigkeiten vorenthalten, damit es dehydriert und an einem Experiment „mitwirkt“, um ein paar Tropfen als „Belohnung“ zu bekommen.

Forced Swim Test, Erzwungener Schwimmtest: In diesem Test wird ein Kleintier in einen Wasserbehälter gesetzt, aus dem es nicht entkommen kann. Das Tier schwimmt an den Wänden entlang, sucht unter Wasser nach einem Ausgang und strampelt, um den Kopf über Wasser zu halten. Irgendwann lässt es sich mitunter nur noch treiben.

Forschungspartner: Tiere, die für Versuche eingesperrt, gequält und getötet werden

Kinderstube: Käfig für Affenjunge, die ihrer Mutter weggenommen wurden

Labortier, Versuchstier: Tier (Der Begriff „Versuchstier” impliziert, dass ein Tier nur für seinen Einsatz im Tierversuch existiert. Oft ist etwa von „Laborhunden“ die Rede – doch diese Tiere leiden genauso unter der Gefangenschaft und den Experimenten, wie die vierbeinigen Begleiter in unserem Zuhause darunter leiden würden.)

Latenzzeit bis Konsum: Zeitspanne zwischen dem Nahrungsentzug eines Tieres und dem Zeitpunkt, an dem es wieder etwas zu essen bekommt

Nahrungsregulierung, Nahrungsbegrenzung: Einem Tier wird Nahrung vorenthalten.

Retroorbitalproben: Blutentnahme aus einem Gefäß hinter dem Auge eines Tieres

Social Defeat: Nutzung von Sozialkonflikten zwischen Artgenossen, um emotionalen und psychologischen Stress auszulösen. (Ein Forschungspapier beschreibt das Vorgehen so: „Social Defeat wird eingeleitet, indem ein männlicher Nager in den angestammten Käfig eines älteren, aggressiven, dominanten Männchens verbracht wird. … Der Eindringling wird schnell attackiert und für den restlichen Zeitraum der physikalischen Interaktion in die Unterwerfung gezwungen. Besteht keine Fluchtmöglichkeit, nimmt der Eindringling eine unterwürfige Rückenlage ein, stößt Laute aus, die seine Bedrängnis zum Ausdruck bringen, und zeigt Freezing-Verhalten.“ [1])

Subjekte, Modelle, Testobjekte, Forschungsobjekte, Produkte: Tiere

Tail Flick-Test: In diesem Test wird ein intensiver Lichtstrahl auf den Schwanz eines Tieres gerichtet oder dem Schwanz wird auf andere Weise Schmerz zugefügt. Dann wird gemessen, wie lange es dauert, bis das Tier seinen Schwanz bewegt.

Thermische Verletzung: Verbrühung oder Verbrennung

Tiere trainieren: Tieren Flüssigkeit vorenthalten, damit sie dehydrieren und die von ihnen geforderten Aufgaben erledigen, um ein paar Tropfen Wasser als „Belohnung“ zu bekommen

Unterbringung: Gefangenschaft eines Tieres. Oft in einem Käfig mit Metallgittern und ohne Möglichkeit, sein natürliches Verhalten auszuleben.

Vokalisierung: Schmerz- bzw. Angstschreie

Zervikale Dislokation: Einem Tier das Genick brechen

Quelle:

https://www.peta.de/begriffe-tierversuche-bedeutung

http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

 

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